Im Abgrund

10.09.2025 bis 16.11.2025

Kuratiert von: Dr. Maike Bruhns und Dr. Pablo Schneider

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Terror, Gewalt und die Künste in Deutschland 1930 bis nach 2000

Eine Ausstellung über das Erinnern mit den Mitteln der Kunst

Die Ausstellung Im Abgrund zeigt mehr als 75 Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit Terror, Gewalt und ihren Spuren in der deutschen Geschichte auseinandersetzen – von der Zeit des Nationalsozialismus über die Nachkriegsjahre bis in die jüngste Vergangenheit.

Einige Arbeiten entstanden unter extremen Bedingungen – in Lagern oder im inneren Exil. Andere wurden Jahrzehnte später als künstlerische Reflexion auf das Unsagbare geschaffen. Was sie verbindet, ist der Versuch, sichtbar zu machen, was lange verschwiegen oder verdrängt wurde.

Zu sehen sind Werke aus der Stiftung Maike Bruhns, der eindrucksvolle Zyklus von Max Weiss aus dem Ghetto Theresienstadt – als Leihgabe des Altonaer Museums –, Leihgaben von Christoph Krämer und Robert Schneider sowie Arbeiten aus der Gedenkstätte Neuengamme und der Graphothek der Nordkirche.

Die Präsentation ist thematisch und historisch gegliedert und umfasst künstlerische Zeugnisse aus sieben Jahrzehnten.

Kunst als Ausdruck von Widerstand, Erinnerung und Empathie

Wie lässt sich das Unrecht der Vergangenheit darstellen – und wie gehen wir heute damit um? 
Die Ausstellung beleuchtet nicht nur die NS-Zeit und die Verfolgung sogenannter „unerwünschter Minderheiten“, sondern auch das Fortwirken von Gewalt und Terror in der Gesellschaft bis in die Gegenwart.

„Es geht um Befreiung aus den Auswüchsen der Gewalt, um die Rolle der Kunst und die Möglichkeiten formaler Darstellung und Formen der Empathie“, sagt Dr. Maike Bruhns, Kuratorin und Stifterin.

Im Abgrund macht deutlich: Kunst war nie unpolitisch – und schon gar nicht in Zeiten der Bedrohung.

Hamburg als historischer Ort

Auch Hamburg spielt eine zentrale Rolle: Von hier aus wurden Menschen deportiert – mitten aus dem Leben, durch belebte Straßen, vorbei an Häusern, die bis heute stehen. Die Gewalt war sichtbar: Deportationen begannen an Orten wie der Moorweidenstraße, der Schanze oder dem Grindelhof.

Die gezeigten Werke spiegeln den Versuch wider, Menschlichkeit zu bewahren – gerade dort, wo sie zu verschwinden drohte.

Ein Gedenken mit aktueller Bedeutung

Anlass der Ausstellung ist der 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 2025. Auschwitz steht als Symbol für den millionenfachen Mord an europäischen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgten, Menschen mit Behinderung, Kindern, Frauen und Männern. Das Gedenken daran ist nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit – es ist ein Prüfstein für unsere Gegenwart. 
Im Abgrund ist ein künstlerischer Beitrag zum Gedenken – und ein Weckruf für heute.

Denn das, was war, ist nicht vergangen.

Copyright Foto: PARABEL, Robert Schneider, Auschwitz Nr.20, Gertrud Schaeffer, Tod über der Stadt

Robert Schneider, Auschwitz Nr.20

Gertrud Schaeffer, Tod über der Stadt