Dem Inferno entronnen

27.06.2025 bis 24.08.2025

Kuratiert von: Dr. Maike Bruhns und Sophia Kreft-Colditz

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Kunst nach 1945 in Hamburg

Seit jeher ist die Zeitgeschichte von Kunst begleitet. Die Ausstellung „Dem Inferno entronnen – Kunst nach 1945 in Hamburg“ präsentiert Bilder zu den großen politischen Umwälzungen und Gesellschaftsproblemen der Jahre 1943 bis 1961 in der Hansestadt. 

Sie beginnt mit den Verwüstungen durch die alliierte Luftflotte in der „Operation Gomorrha“ im Juli/August 1943 und führt über die anschließende Kapitulation in die Notzeit der Ruinenstadt. Die aus dieser Zeit stammenden Werke reflektieren das Ausbleiben einer „Stunde Null“, setzen sich sowohl mit der NS-Vergangenheit, den Verhältnissen unter der britischen Besatzung als auch dem Umgang mit den „Entnazifizierungen“ auseinander. 

In den 1950er Jahren setzt mit dem Wiederaufbau das sogenannte „Wirtschaftswunder“ ein, verbunden mit einem allgemeinen Rückzug ins Private. Eine junge Generation von Kunstschaffenden probt den Aufbruch und genießt die Verlockungen des großstädtischen Nachtlebens, sie aktualisiert die frustrierende Gegenwart in melancholischen Bildwerken oder schließt sich mit Abstraktionen den Tendenzen der Moderne an. Kunstwerke kommentieren die Propaganda und Aufrüstung im Kalten Krieg in den Jahren 1947 bis 1990, die deutsche Teilung sowie die „Atomangst“ in der Nachfolge der Ost-West-Spaltung der Machtblöcke, die 1961 schließlich zum Bau der Berliner Mauer führt.

Die Ausstellung „Dem Inferno entronnen – Kunst nach 1945 in Hamburg“ hat sich zum Ziel gesetzt, anhand der politisch und gesellschaftlich hochproblematischen Situationen der 18 Jahre nach dem Inferno „Gomorrha“ künstlerische Kommentare und Reflexion darzustellen und auszuloten. Die Betrachtung der Werke und Auseinandersetzung mit ihren Inhalten offenbart trotz und durch den Vergangenheitsbezug der Ausstellung die hohe Gegenwartsrelevanz der in der Kunst reflektierten Empfindungen und Gedankenprozesse: In der Gegenwart wiederholen sich die Nachkriegs-Verhältnisse zwar nicht in vergleichbarem Ausmaß, aber aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen lösen Ängste ähnlicher Art aus und drängen in das öffentliche Bewusstsein. 

Unsere heutige Gegenwart wurzelt in der Vergangenheit ­- Reflexion tut not, auch in der Kunst. Sie steht bereit. 

Eduard Hopf: Das alte Paar / Paar in Trümmern, 1949

Otto Rodewald: Nacht in der Ruine, 1946