Luminary / Lichtung
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Wang Yefu zeichnet Licht – Silke Silkeborg malt die Nacht
Ab dem 5. Dezember 2025 zeigt die Parabel. Zentrum für Kunst in Hamburg die Ausstellung „Luminary / Lichtung“ – eine Begegnung zweier zeitgenössischer Künstler:innen aus Ost und West, die in Zeichnung und Malerei das Verhältnis von Licht und Dunkelheit, Tag und Nacht erkunden.
Im Dialog zwischen Wang Yefu aus Shenzhen (China) und Silke Silkeborg aus Hamburg entsteht ein Spannungsfeld aus Gegensätzen und Verbindungen. Beide arbeiten an der Schwelle des Sichtbaren – dort, wo Licht schwindet oder neu entsteht, wo Wahrnehmung sich verändert und Stille erfahrbar wird.
Wang Yefu legt Graphit Schicht um Schicht auf das Papier. Aus der Schwärze entsteht Tiefe, Glanz und eine feine Spannung zwischen Licht und Dunkelheit. Seine Serie „Luminary“ entfaltet eine stille, meditative Wirkung – vergleichbar einer Nacht, in der Licht nur geahnt wird. Dünner überdeckte Partien lassen Dämmerung aufscheinen, unbehandelte Flächen leuchten wie Tageslicht.
Silke Silkeborg begegnet der Nacht mit Farbe. Sie arbeitet häufig im Freien, umgeben von der Dunkelheit, oft nur im Schein einer Stirnlampe. Je dunkler die Nacht, desto intensiver wird ihre Wahrnehmung jener spärlichen Helligkeiten – Sterne, Lichtreflexe auf Wasser, die Lichter der Stadt. In ihrer Werkreihe „Lichtung“ verdichtet sie diese Eindrücke zu Bildern, die zwischen Ruhe und Bewegung, Natur und Urbanität schwingen.
„Luminary / Lichtung“ ist eine Ausstellung über das Sehen, über Übergänge und Gegensätze. Sie zeigt, wie Kunst Unterschiede nicht aufhebt, sondern sichtbar macht – als Spiegel von Natur, Zeit und menschlicher Erfahrung. Zeichnung und Malerei, Ost und West, Hell und Dunkel treten hier in einen leisen Dialog über Wahrnehmung und die Grenzen des Sichtbaren.