Im Auge des Sturms
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Die Schwestern Falke, Doris Boeckmann und Ora Doelk
Vor, während und nach den Erschütterungen des Ersten Weltkriegs „hüpften und schwebten – scheinbar unberührt davon – die beiden Tänzerinnen Gertrud und Ursula Falke über die Bühnen und prägten als frühe Vertreterinnen des künstlerischen Tanzes in Hamburg eine neue Ausdrucksform für ein breites Publikum.
Die Ausstellung Im Auge des Sturms nähert sich ihrem Werk auf Grundlage weniger überlieferter Quellen: Fotografien, Zeitungsberichte, Zeichnungen sowie eine Sammlung bunter Kostümentwürfe, die die Grafikerin Alma Doris Boeckmann schuf und die an diese Tänze erinnern. Es ist weniger, als zu einer Rekonstruktion ihrer Tänze nötig wäre – aber genug zum Erinnern an die tänzerische Vormoderne in Hamburg.
Als performative Ausstellung mit interaktiven Installationen verbindet sie historische Spurensuche mit gegenwärtiger künstlerischer Praxis. Die Ausstellung, in die Filme und Tänze integriert sind, greift Motive und Bewegungsansätze auf und führt sie aus heutiger Perspektive weiter. Mit der Einbeziehung der Arbeiten der Ausdruckstänzerin und Choreografin Ora Doelk erweitert sich der Blick auf das künstlerische Umfeld dieser Zeit und ermöglicht eine phantasievolle Einfühlung in ihre Welt.
„Die Schwestern Falke waren es, die als erste in Hamburg weiten Kreisen den künstlerischen Tanz zeigten. So große Publikumserfolge, wie wir mehrfach in den letzten Jahren erlebten, sie waren wesentlich nur durch ihre Wegbereitung möglich.“
(Hamburger Echo, 10. Mai 1922)
Ein begleitendes Programm vertieft die Ausstellung und macht ihre performative Dimension erlebbar:
Fr. 29. Mai, 18h – Eröffnung
Einführung: Nele Lipp
Porzellanfiguren, Schmetterlinge und Kobolde: Tänzerinnen im Auge des Sturms
Performances zu Falke-Tänzen
So. 31. Mai
17h: Kuratorenführung
18h: Krawall im All – performativer Vortrag der Gruppe INGLAM
(Text: Nora Sternfeld, Visuals: Anja Steidinger, Sound: Julia Stolba)
So. 07. Juni
11h: Kuratorenführung mit Performances zu Falke-Tänzen
Fr. 12. Juni
17h: Kuratorenführung
18h: Sent M’Ahesa: Tanz der Isis (1909 / Neuinszenierung 2024)
Film und Vortrag: Brygida Ochaim (in Kooperation mit Munich Dance Histories)
Fr. 19. Juni
17h: Kuratorenführung
18h: Jude und Deutscher. Der Pädagoge und Dichter Jakob Loewenberg
Bilder und Vortrag: Wilfried Weinke und Stephan Benson
So. 28. Juni, 11h – Finissage
Performances zu Falke-Tänzen
Podiumsdiskussion: Trost oder Flucht: Tanz der Schwestern Falke in stürmischer Zeit
mit Lukas Jockel, Nele Lipp, Nora Sternfeld (HFBK), Wiebke Hüster (FAZ)
Die Ausstellung ist Teil III der Trilogie über den Tanz in Hamburg im Kontext der Weltkriege und entsteht in Kooperation von KOÏNZI-DANCE e.V. mit der PARABEL. Zentrum für Kunst in Hamburg.
Kurator: Nele Lipp
Sammlung Jockel: Leihgaben aus dem Nachlass der Schwestern Falke und Doris Boeckmann
Marion Rohr de Peñas: Leihgaben aus dem Nachlass von Ora Doelk
Interaktive Installationen: Lauritz Lipp und Studierende der University of Europe for Applied Sciences (UE)