„Eine Lust, die tragisch wirkt…“ – Rolf Nesch und Hamburg
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Zwischen Hafen, Brücken und künstlerischem Aufbruch.
Hamburg war für Rolf Nesch Ort der Inspiration, des Experiments und des Aufbruchs. Zwischen Hafenanlagen, Brücken, Konzertsälen und den Straßen St. Paulis entwickelte er Ende der 1920er Jahre jene Bildsprache und technischen Innovationen, die sein Werk bis heute einzigartig machen. Die Ausstellung "Eine Lust, die tragisch wirkt..." - Rolf Nesch und Hamburg richtet den Blick auf diese entscheidende Phase seines Schaffens und folgt den Spuren eines Künstlers, der zu den bedeutendsten Erneuerern der modernen Druckgrafik zählt.
Zu sehen sind Gemälde mit Hafenmotiven, Zeichnungen aus der Tierwelt Hagenbecks sowie die grafischen Zyklen Karl Muck und sein Orchester, St. Pauli und Hamburger Brücken. Sie zeigen einen Künstler, der die Stadt mit großer Aufmerksamkeit beobachtete und ihre Menschen, Klänge und Bauwerke in eindrucksvolle Bilder übersetzte.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den sogenannten Metalldrucken. Mit ihnen beschritt Nesch Anfang der 1930er Jahre neue Wege innerhalb der Druckgrafik. Durch geätzte, gebohrte und bearbeitete Metallplatten entstanden Werke von außergewöhnlicher Ausdruckskraft, die den Übergang zu seinen späteren Materialbildern markieren.
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das restaurierte Materialbild Alster (1958/59). Mit Kupfer, Glas, Porzellan und weiteren Materialien schuf Nesch eine vielschichtige Hommage an Hamburg. Das Werk wurde ursprünglich für das Verwaltungsgebäude von Unilever in Rotterdam geschaffen und 2025 der Stiftung Kunstsammlung Dr. Maike Bruhns übereignet. Nach einer aufwendigen Restaurierung bildet es nun einen besonderen Höhepunkt der Ausstellung.
Arbeiten aus dem norwegischen Spätwerk ergänzen die Präsentation und zeigen, wie eng die späteren Materialbilder mit den künstlerischen Entdeckungen der Hamburger Jahre verbunden sind.
Ein Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen und weiteren Veranstaltungen lädt dazu ein, die Ausstellung aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken. Ergänzend erscheint eine umfangreiche Publikation zur Ausstellung.
Kurator/in: Dr. Maike Bruhns, Dr. Pablo Schneider