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Einführung zur Nachtmalerei von Silke Silkeborg – Dr. Belinda Grace Gardner

Im Rahmen der Ausstellung Luminary / Lichtung führte Dr. Belinda Grace Gardner in einem eindrucksvollen Vortrag in die Nachtmalerei von Silke Silkeborg ein und eröffnete einen vielschichtigen Dialog mit den Arbeiten von Wang Yefu.

In ihrer Einführung entfaltet Dr. Belinda Grace Gardner ein atmosphärisch dichtes und zugleich kunsthistorisch fundiertes Bild von Silke Silkeborgs Nachtmalerei, die sich seit vielen Jahren konsequent mit den Farben, Lichtphänomenen und Wahrnehmungsräumen der Dunkelheit auseinandersetzt. Ausgehend von aktuellen, im Jahr 2025 entstandenen Arbeiten beschreibt sie Silkeborgs nächtliche Bildwelten als schwebende Draufsichten urbaner Landschaften, in denen sich reale Beobachtungen mit imaginativen Zwischenräumen verbinden. 

Gardner zeichnet den künstlerischen Weg von Silke Silkeborg von den frühen nächtlichen Studien während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bis zu den heutigen, zunehmend abstrahierten Werkserien nach. Dabei hebt sie den forschenden Ansatz der Künstlerin hervor, die sich mit Malutensilien und Lichtquellen bewusst in die Dunkelheit begibt, um Wahrnehmung jenseits gewohnter Sichtachsen zu erproben. Die Nacht erscheint dabei nicht als Gegenpol zum Tag, sondern als eigenständiger Erfahrungsraum voller Nuancen, Rhythmen und leuchtender Resonanzen. 

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Entwicklung von Silkeborgs Nachtmalerei von frühen urbanen Wasserspiegelungen über musikalisch inspirierte Serien bis hin zu großformatigen Stadtpanoramen und aktuellen Werkgruppen, in denen sich Lichtreflexe nahezu vollständig von konkreten Motiven lösen. Auch die thematischen Erweiterungen hin zur ökologischen Auseinandersetzung mit künstlicher Beleuchtung, zu natürlichen Lichtphänomenen sowie zur sogenannten inneren Nacht werden anschaulich herausgearbeitet. 

Dr. Belinda Grace Gardner macht deutlich, wie Silke Silkeborg in ihrer Malerei das Spannungsfeld von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, von Hell und Dunkel auslotet und den Betrachterinnen und Betrachtern neue Zugänge zu Wahrnehmung, Zeit und innerer Resonanz eröffnet. Ihre Einführung lädt dazu ein, die Nacht nicht als Leerstelle, sondern als reichhaltigen Erfahrungs- und Erkenntnisraum zu begreifen, in dem Licht erst seine besondere Intensität entfaltet. 

Download der Rede von Belinda Grace Gardner

© Dr. Belinda Grace Gardner, Hamburg 2025, Foto: Norman Kalle 

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