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Anja Kampmann: Ein literarischer Blick auf das Hamburg der 1930er Jahre

Mit "Die Wut ist ein heller Stern" war Anja Kampmann zu Gast in der Parabel - im Dialog mit Co-Kurator Dr. Pablo Schneider.

Am 27. August war die Hamburger Schriftstellerin Anja Kampmann zu Gast in der PARABEL. Im Rahmen der Ausstellung "Eine Lust, die tragisch wirkt ...“ - Rolf Nesch und Hamburg las sie aus ihrem Roman "Die Wut ist ein heller Stern". Immer wieder unterbrach sie die Lesung für Gespräche mit Dr. Pablo Schneider, Kunsthistoriker und Co-Kurator der Ausstellung. Im anschließenden Gespräch vertieften beide den Austausch über den Roman, seine Entstehung und das Hamburg der frühen 1930er Jahre.

Kampmanns Roman führt auf die Reeperbahn im Jahr 1933. Im Mittelpunkt steht Hedda, die sich ihren Traum erkämpft hat und als Artistin im Alkazar auftritt. Doch die Stadt verändert sich. Neue Uniformen tauchen immer selbstverständlicher im Publikum auf, die Freiräume werden enger und auch für die Frauen im Varieté wird das Leben zunehmend gefährlich. Während ihr Bruder Jaan als Harpunenschmied auf einem Walfänger in Richtung Antarktis aufbricht, sucht Hedda für sich und ihren kleinen Bruder Pauli nach einem Ausweg.

Wie intensiv Anja Kampmann für ihren Roman recherchiert hat, wurde im Laufe des Abends immer wieder deutlich. Ihr Blick richtet sich dabei nicht nur auf die großen historischen Ereignisse, sondern vor allem auf die Menschen und ihren Alltag. Wie macht sich ein politischer Umbruch bemerkbar? Wann beginnt eine Gesellschaft zu kippen? Und was geschieht mit den Menschen, wenn Sicherheiten und Freiräume nach und nach verschwinden?

Genau hier ergaben sich spannende Verbindungen zur Ausstellung über Rolf Nesch. Der Künstler lebte und arbeitete von 1929 bis 1933 in Hamburg. Hafen, St. Pauli und die Menschen der Stadt wurden in diesen Jahren zu wichtigen Motiven seiner Kunst. Kampmanns Roman und Neschs Arbeiten nähern sich dieser Zeit auf ganz unterschiedliche Weise - und erzählen doch beide von einer Stadt im Wandel und von den Menschen, die diesen Wandel erleben.

Anja Kampmann, 1983 in Hamburg geboren, zählt zu den profilierten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Für "Die Wut ist ein heller Stern" erhielt sie den Hans-Fallada-Preis; der Roman war zudem für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

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