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SUMMARY:Sturm schwillt an | Shan Fan und Meng Huang. Installation und Gemäl
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DESCRIPTION:Was geschieht, wenn etwas in Bewegung gerät, das lange als best
 ändig galt? Shan Fan und Meng Huang nehmen in "Sturm schwillt an" Wind und 
 Wasser zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten. Dabei führen die Naturkräfte unmit
 telbar in die Gegenwart: zu Veränderung und Entwurzelung, zu Vergänglichkei
 t und der Erfahrung, dass Vertrautes seine Sicherheit verlieren kann.\n\nKu
 ratiert wird die Ausstellung von Shan Fan, Künstler und wissenschaftlicher 
 Leiter für Asiatische Kunst an der Parabel. Zentrum für Kunst in Hamburg.\n
 \nShan Fans monumentale Installation geht auf eine Erinnerung aus seiner Ki
 ndheit zurück. Er wuchs in Anji auf, einer für ihre Bambuswälder bekannten 
 Region nahe Hangzhou. Nach heftigen Stürmen beobachtete er dort, wie trocke
 ne Bambusblätter vom Boden aufgewirbelt wurden und sich für kurze Zeit zu t
 ornadoartigen Gebilden formten. Dann trieb der Wind sie weiter und die Form
 en verschwanden. Diese flüchtigen Bilder begleiten Shan Fan bis heute.\n\nI
 n der Parabel. Zentrum für Kunst in Hamburg greift er diese Erinnerung mit 
 9.999 getrockneten, mit schwarzer Tusche eingefärbten Bambusblättern auf. S
 ie formen einen rund acht Meter hohen Wirbelsturm, der sich vom Boden bis u
 nter die Decke erhebt. Obwohl sich die Installation nicht bewegt, scheint s
 ie in ständiger Bewegung zu sein. Die Blätter steigen auf, verdichten sich 
 und lösen sich wieder voneinander. Der Sturm ist bedrohlich und faszinieren
 d zugleich.\n\nBambus beschäftigt Shan Fan seit mehr als zwanzig Jahren. Er
  verbindet ihn mit seiner Herkunft und beschreibt die Bambuslandschaft sein
 er Kindheit als geistige Heimat. In der chinesischen Kultur steht Bambus zu
 gleich für eine unabhängige Haltung, Bescheidenheit und geistige Offenheit.
  In der Installation verliert dieses vertraute Zeichen seinen festen Boden.
  Die einzelnen Blätter werden vom Sturm erfasst und fortgetragen.\n\nAuch d
 er Lebenszyklus des Bambus gehört zum Konzept der Arbeit. Nach ungefähr 80 
 Jahren blüht die Pflanze, bildet Samen und stirbt ab. Aus diesen Samen wäch
 st neuer Bambus. Shan Fan sieht darin eine Parallele zu unserer Gegenwart u
 nd zur nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Weltordnung, die nach rund 8
 0 Jahren tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt ist. Der natürliche Kreisl
 auf von Werden und Vergehen erhält damit eine gesellschaftliche Dimension.\
 n\nMeng Huang nähert sich dem Thema über das Wasser. Seine großformatigen, 
 schwarz-weißen Ölgemälde zeigen bewegte Wasseroberflächen. Wellen steigen a
 n, verdichten sich und erinnern plötzlich an Gebirgszüge. Der Wind ist in d
 iesen Bildern nicht zu sehen, seine Wirkung dagegen schon.\n\nMeng Huang gr
 eift damit auch die chinesische Tradition des "Shan Shui" auf, wörtlich "Be
 rg und Wasser". Berg und Wasser stehen dort in einem lebendigen Verhältnis 
 zueinander. In seinen Gemälden verschiebt Meng Huang diese Wahrnehmung. Ein
 e Wasseroberfläche kann wie eine Berglandschaft erscheinen, Bewegung für ei
 nen Moment wie etwas Festes. Und doch bleibt klar: Das Wasser wird sich wei
 terbewegen, sobald dieser eine festgehaltene Augenblick vorüber ist.\n\nZwi
 schen Shan Fans Wirbelsturm und Meng Huangs Wasserbildern entsteht eine Ver
 bindung, ohne dass beide Positionen dasselbe erzählen. Der eine erinnert si
 ch an Bambusblätter, die vom Sturm in die Höhe gerissen werden. Der andere 
 hält Wasser fest, das sich unter dem Einfluss des Windes immer wieder verän
 dert. Beiden geht es um Kräfte, die wir nicht sehen können, deren Wirkung a
 ber unübersehbar ist.\n\nSo öffnet "Sturm schwillt an" den Blick über das N
 aturereignis hinaus. Vertrautes kann seine Form verlieren, scheinbar Festes
  in Bewegung geraten. Darin berührt die Ausstellung Erfahrungen unserer Geg
 enwart: Veränderung, Verlust von Sicherheit und die Frage, was bleibt, wenn
  eine vertraute Ordnung nicht mehr trägt.
DTSTAMP:20261005T082632Z
DTSTART:20261112T230000Z
DTEND:20270207T190000Z
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